Eine der häufigsten Fragen, die mir Patienten in meiner Privatpraxis in Bietigheim-Bissingen stellen, lautet: „Darf ich mit meiner Arthrose überhaupt noch Sport treiben?" Die kurze und klare Antwort: Ja – und zwar unbedingt. Das größte Missverständnis bei Gelenkverschleiß ist die Vorstellung, man müsse die betroffenen Gelenke schonen, um weiteren Abrieb zu verhindern. Medizinisch gesehen ist jedoch das Gegenteil richtig: Bewegung ist der Motor für die Knorpelregeneration.
Um zu verstehen, warum Sport so wichtig ist, muss man das „Schwamm-Prinzip" des Knorpels kennen. Gelenkknorpel besitzt keine eigene Blutversorgung. Er wird ausschließlich über die Gelenkflüssigkeit (Synovia) ernährt. Nur durch den ständigen Wechsel von Belastung und Entlastung wird die nährstoffreiche Flüssigkeit wie bei einem Schwamm in das Knorpelgewebe eingepresst und verbrauchte Stoffwechselprodukte wieder herausgedrückt. Schont man das Gelenk dauerhaft, "verhungert" der Knorpel regelrecht, wird spröde und ist weitaus anfälliger für weiteren Verschleiß.
Doch nicht jeder Sport ist bei Arthrose gleich gut geeignet. Ich unterscheide in der Sportmedizin strikt zwischen "gelenkfreundlichen" und "gelenkbelastenden" Sportarten. Empfehlenswert sind vor allem zyklische Bewegungsabläufe ohne harte Stoßbelastungen. Schwimmen und Wassergymnastik stehen hier an erster Stelle, da der Auftrieb des Wassers das Körpergewicht fast vollständig trägt. Auch Radfahren ist ideal – besonders in der hügeligen Region um Ludwigsburg und Bietigheim mit E-Bike-Unterstützung –, da die kreisförmige Bewegung die Gelenkschmiere optimal verteilt, ohne den Knorpel durch Stöße zu stressen.
Ein oft unterschätzter Baustein ist das gezielte Krafttraining. Starke Muskeln wirken wie aktive Stoßdämpfer. Ein stabiler Quadrizeps entlastet beispielsweise das Kniegelenk (Gonarthrose) messiv, während eine kräftige Gesäßmuskulatur die Hüfte stabilisiert. In meiner Praxis kombiniere ich solche Empfehlungen oft mit regenerativen Verfahren wie der Hyaluronsäure-Injektion oder PRP-Therapie, um das biologische Umfeld im Gelenk zu verbessern und die Schmerzgrenze für das Training zu verschieben.
Vermeiden sollten Arthrose-Patienten hingegen Sportarten mit hohen Scherkräften und abrupten Stopp-Bewegungen (Stop-and-Go). Dazu gehören klassisches Fußballspielen, Squash, Tennis auf hartem Untergrund oder intensives Joggen auf Asphalt. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihre Leidenschaft komplett aufgeben müssen. Oft hilft eine Modifikation: Tennis lieber auf Sand als auf Teppich, oder Laufen auf weichem Waldboden statt auf der Straße. Wichtig ist die Dosierung: Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers. Ein leichter Belastungsschmerz unmittelbar nach dem Sport ist oft akzeptabel, solange er am nächsten Morgen verschwunden ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer rastet, der rostet – dieser alte Spruch gilt in der Orthopädie mehr denn je. Eine Kombination aus moderner Arthrosetherapie, und einem individuell angepassten Sportprogramm ist der beste Weg, um auch im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose mobil und lebensfroh zu bleiben. Ich erstelle Ihnen gerne einen Belastungsplan, der genau zu Ihrem Gelenkstatus passt.
Sie leiden unter Gelenkschmerzen und möchten wissen, welche Sportart für Ihren individuellen Befund die richtige ist? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Vorgespräch bei mir in Bietigheim-Bissingen – ich berate Sie persönlich und ehrlich.
Autor: Dr. Christoph Lukas, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, Bietigheim-Bissingen · Stand: 6. März 2026