Die Marathonsaison in der Region Stuttgart und Ludwigsburg steht vor der Tür – und mit ihr die intensive Vorbereitungsphase für tausende Läufer. In dieser "heißen Phase", in der die wöchentlichen Kilometerumfänge ihr Maximum erreichen, entscheidet sich oft nicht nur die Zielzeit, sondern auch die Gesundheit der Gelenke. In meiner Praxis in Bietigheim-Bissingen sehe ich leider allzu oft ambitionierte Sportler, die zwei Wochen vor dem Start wegen eines Ermüdungsbruchs oder einer schweren Sehnenreizung pausieren müssen. Warum das passiert und wie Sie Ihre Gelenke schützen, erfahren Sie hier.
Der häufigste Fehler in der Marathon-Vorbereitung ist das Prinzip "Zu viel, zu schnell, zu früh". Während unser Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur sich relativ schnell an höhere Belastungen anpassen, brauchen Sehnen, Bänder und Knochen Monate für den biologischen Umbau. Wenn Sie Ihr Laufpensum kurzfristig massiv steigern, riskieren Sie eine Überlastung der passiven Strukturen. Besonders tückisch sind Stressfrakturen (Ermüdungsbrüche), die sich oft nur durch einen diffusen Belastungsschmerz im Fuß oder Schienbein ankündigen. Hier ist absolute Vorsicht geboten: Ignorieren kann hier das Aus für Monate bedeuten.
Ein entscheidender Faktor für den Gelenkschutz ist das "Cross-Training". Ergänzen Sie Ihre langen Läufe durch gelenkschonende Ausdauereinheiten wie Radfahren oder Schwimmen. Dies trainiert Ihr Herz-Kreislauf-System, ohne die Gelenke der Stoßbelastung des Asphaltlaufs auszusetzen. Auch das gezielte Krafttraining der Hüft- und Rumpfmuskulatur ist für Marathonläufer unverzichtbar. Ein stabiles Becken verhindert das Absinken der Hüfte (Trendelenburg-Zeichen), was wiederum das Risiko für das gefürchtete Läuferknie massiv senkt.
Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers. Ein stechender Schmerz in der Achillessehne nach dem Aufstehen ist kein harmloser Muskelkater, sondern ein Warnsignal. In meiner Praxis nutze ich regenerative Verfahren wie die Stosswellentherapie oder PRP-Eigenblut-Injektionen, um beginnende Überlastungen biologisch abzufangen, bevor sie chronisch werden oder zu einem Riss führen. Je früher ich interveniere, desto höher ist die Chance, dass Sie am Renntag gesund an der Startlinie stehen.
Vergessen Sie nicht die Bedeutung der richtigen Ausrüstung. Laufschuhe verlieren nach 600 bis 800 Kilometern ihre dämpfenden Eigenschaften, auch wenn sie optisch noch gut aussehen. In der Marathon-Vorbereitung bedeutet das oft, dass Sie mitten im Training ein neues Paar einlaufen sollten. Ich berate Sie gerne zu einer ergänzenden Einlagenversorgung, die Ihren Fuß unter extremer Dauerbelastung dort unterstützt, wo die natürliche Statik an ihre Grenzen stößt.
Mein Tipp für die letzten Wochen vor dem Marathon: Tapering ernst nehmen! Reduzieren Sie den Umfang konsequent, um Ihrem Körper die Chance zur Superkompensation und zur Reparatur kleinster Mikrotraumen zu geben. Ein sportmedizinischer Sportcheck vor dem finalen Trainingsblock gibt Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Bewegungsapparat der extremen Belastung gewachsen ist. Bleiben Sie gesund und genießen Sie den Lauf – ich unterstütze Sie dabei, dass Ihr Körper diese Herausforderung meistert.
Bereiten Sie sich auf einen Marathon vor und spüren erste Anzeichen einer Überlastung oder möchten einen präventiven Check? Vereinbaren Sie einen Sport-Check bei mir in Bietigheim-Bissingen – damit Sie schmerzfrei ins Ziel kommen.
Autor: Dr. Christoph Lukas, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, Bietigheim-Bissingen · Stand: 14. April 2026