Ein erholsamer Urlaub beginnt oft mit einer mehrstündigen Flugreise – doch für viele endet sie mit quälenden Schmerzen im unteren Rücken. Patienten, die nach ihrer Rückreise meine Praxis in Bietigheim-Bissingen aufsuchen, beschreiben oft einen stechenden Schmerz direkt über dem Gesäß, der bis ins Bein ausstrahlen kann. Die Diagnose lautet in vielen Fällen: ISG-Blockade (Iliosakralgelenk-Blockierung). Warum ausgerechnet das Fliegen diesen Schmerz provoziert und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Das Problem liegt in der Biomechanik des Sitzens in engen Flugzeugsitzen. Über Stunden verharrt das Becken in einer starren Position, während die tiefe Rumpfmuskulatur aufgrund der mangelnden Bewegung erschlafft. Die kleinen Gelenkflächen zwischen dem Kreuzbein und den Beckenschaufeln – die Iliosakralgelenke – werden unter dem Körpergewicht unnatürlich komprimiert. Kommen dann noch Vibrationen und eine ungünstige Sitzhaltung hinzu, "verhakt" sich das Gelenk. Das Ergebnis ist eine schmerzhafte Blockade, die oft fälschlicherweise für einen Bandscheibenvorfall gehalten wird.
Wie unterscheiden Sie eine ISG-Blockade von einem Bandscheibenvorfall? Bei einer ISG-Problematik ist der Schmerz meist streng lokalisiert oder strahlt nur bis zum Knie aus. Taubheitsgefühle oder echte Lähmungserscheinungen fehlen in der Regel. In meiner Praxis in Bietigheim nutze ich die klinische Untersuchung mit spezifischen Provokationstests (z.B. Mennell-Zeichen), um die Diagnose sicher zu stellen. Oft zeigt auch der hochauflösende Ultraschall eine Reizung der umgebenden Bänder, was die Schmerzintensität erklärt.
Was hilft sofort nach der Landung? Wärme ist oft das erste Mittel der Wahl, um die schmerzhaft verspannte Muskulatur rund um das ISG zu lockern. Moderate Bewegung wie Spazierengehen regt die Durchblutung an und kann helfen, die Blockade sanft zu lösen. Vermeiden Sie jedoch ruckartige Drehbewegungen. In meiner Praxis löse ich solche Blockaden oft durch sanfte manualtherapeutische Griffe (Chirotherapie). Ergänzend hat sich das Dry Needling bewährt, um die tiefen Gesäßmuskeln (Triggerpunkte) gezielt zu entspannen.
Um Rückenschmerzen bei der nächsten Flugreise vorzubeugen, empfehle ich "aktives Sitzen". Versuchen Sie, mindestens einmal pro Stunde aufzustehen und einige Schritte im Gang zu gehen. Im Sitzen können Sie unauffällig Ihr Becken vor- und zurückkippen oder die Pobacken im Wechsel anspannen. Ein kleines Kissen oder ein zusammengerolltes Handtuch im Lendenwirbelbereich (Lordosestütze) hilft zudem, die natürliche Krümmung der Wirbelsäule aufrechtzuerhalten und den Druck vom ISG zu nehmen.
Wenn die Schmerzen nach dem Flug länger als zwei Tage anhalten, sollten Sie nicht warten, bis sich ein chronisches Schmerzgedächtnis bildet. Ein frühzeitiges Lösen der Blockade verhindert, dass Sie Schonhaltungen einnehmen, die wiederum Probleme in der Hüfte oder der Lendenwirbelsäule nach sich ziehen. Ich helfe Ihnen gerne dabei, nach Ihrem Urlaub schnell wieder schmerzfrei in den Alltag zu starten.
Kommen Sie gerade aus dem Urlaub und leiden unter Rückenschmerzen oder einer ISG-Blockade? Vereinbaren Sie ein akutes Vorgespräch bei mir in Bietigheim-Bissingen – für eine schnelle Diagnose und Hilfe.
Autor: Dr. Christoph Lukas, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, Bietigheim-Bissingen · Stand: 28. April 2026